



In einem international tätigen Lebensmittelkonzern wuchs der Druck von Handelspartnern, Konsumenten und Aufsichtsbehörden, glaubwürdige ESG-Nachweise zu liefern. Gleichzeitig kämpfte das Unternehmen mit schwankenden Rohstoffpreisen, Qualitätsrisiken und ineffizienten Prozessen entlang der Wertschöpfungskette. Die Geschäftsführung entschied sich, ESG nicht länger als Zusatzaufgabe zu behandeln, sondern als Leitprinzip der digitalen Transformation. Team Radner erhielt den Auftrag, eine durchgängige, datenbasierte ESG-Steuerung vom landwirtschaftlichen Ursprung bis zum Supermarktregal zu etablieren.
Die Ausgangslage war komplex: Der Konzern bezog Rohstoffe aus verschiedenen Kontinenten, verarbeitete sie in mehreren Fabriken und belieferte zahlreiche Handelsketten. ESG-relevante Informationen lagen in unterschiedlichen Systemen, von Agrarverträgen über Qualitätsdaten bis hin zu Logistik- und Verkaufszahlen. Viele dieser Daten wurden manuell erfasst, teilweise auf Papier, teilweise in nicht vernetzten Anwendungen. Team Radner identifizierte früh, dass ohne eine klare Struktur und Priorisierung die Fülle an Informationen eher lähmt als hilft. Deshalb wurde zunächst ein fokussiertes ESG-Zielbild entwickelt, das sich an den strategischen Schwerpunkten des Unternehmens orientierte.
Im Dialog mit Einkauf, Produktion, Qualitätssicherung, Logistik und Marketing definierte Team Radner die wichtigsten ESG-Handlungsfelder. Im Umweltbereich standen Wasserverbrauch, CO₂-Emissionen und Verpackungsabfälle im Vordergrund. Sozial wurden Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft, Arbeitssicherheit in den Werken und Verbrauchertransparenz priorisiert. Governance-seitig ging es um Rückverfolgbarkeit, Lieferantenaudits und die Einhaltung von Standards. Aus diesen Schwerpunkten leitete Team Radner konkrete Kennzahlen ab, die später digital abgebildet werden sollten. So entstand ein klarer Rahmen, der half, die digitale Transformation gezielt auszurichten.
Ein zentrales Problem war die fehlende Rückverfolgbarkeit der Rohstoffe bis zu den landwirtschaftlichen Betrieben. Zwar existierten Vertragsdaten, doch fehlten strukturierte Informationen zu Anbaumethoden, Wasserverbrauch und sozialen Bedingungen. Team Radner schlug vor, eine digitale Plattform für landwirtschaftliche Partner einzuführen, über die relevante ESG-Daten erfasst werden. Diese Plattform sollte sowohl große Agrarbetriebe als auch Kleinbauern einbinden und Mehrwerte bieten, etwa durch agronomische Empfehlungen oder Zugang zu Schulungsmaterial. Die Unternehmensleitung erkannte, dass nur ein solcher Mehrwert die Bereitschaft zur Datenteilung dauerhaft sichern würde.
In der ersten Phase wurde die Plattform in zwei wichtigen Beschaffungsregionen pilotiert. Team Radner definierte gemeinsam mit lokalen Teams die Datensätze, die für ESG-Ziele und regulatorische Anforderungen relevant sind. Dazu gehörten Informationen zu Bewässerungsmethoden, Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, Arbeitszeiten, Löhnen und Zertifizierungen. Die Datenerfassung erfolgte über mobile Anwendungen, die auch offline nutzbar waren, um Regionen mit schwacher Netzabdeckung zu berücksichtigen. Gleichzeitig wurden Schulungen durchgeführt, um den Landwirten den Nutzen der digitalen Erfassung zu vermitteln.
Parallel dazu nahm Team Radner die internen Produktionsprozesse unter die Lupe. In den Werken wurden Energie-, Wasser- und Abfalldaten bereits teilweise gemessen, jedoch nicht einheitlich strukturiert. Die Herausforderung bestand darin, diese Daten mit Chargeninformationen und Qualitätsdaten zu verknüpfen. Nur so ließ sich später nachvollziehen, welche Umweltwirkung mit welcher Produktcharge verbunden ist. Team Radner entwickelte ein Datenmodell, das Produktionsschritte, Ressourcenverbräuche und Qualitätsereignisse in einer gemeinsamen Struktur abbildet. Dieses Modell wurde in das bestehende Manufacturing-Execution-System integriert, um Doppelarbeit zu vermeiden.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Verpackung, die sowohl ökologisch als auch reputationsseitig eine große Rolle spielte. Team Radner analysierte die vorhandenen Verpackungsarten, Materialzusammensetzungen und Recyclingquoten. Auf Basis dieser Analyse wurde ein digitales Verpackungs-Cockpit aufgebaut, das für jedes Produkt die Materialbilanz, den Recyclinganteil und die CO₂-Wirkung ausweist. Dieses Cockpit diente nicht nur dem Nachhaltigkeitsteam, sondern auch Produktentwicklung und Einkauf. Entscheidungen über neue Verpackungen konnten so datenbasiert getroffen werden, statt sich nur auf Kosten und Optik zu stützen.
Um die gesamte Kette vom Acker bis ins Regal abzubilden, verknüpfte Team Radner die landwirtschaftliche Plattform, die Produktionsdaten und die Logistiksysteme in einer zentralen ESG-Datenplattform. Diese Plattform wurde so gestaltet, dass jede Produktcharge einen digitalen ESG-Fingerabdruck erhält. Dieser Fingerabdruck umfasst Informationen zu Herkunft, Wasser- und Energieverbrauch, Arbeitsbedingungen und Verpackungseigenschaften. Für ausgewählte Produktlinien wurde zusätzlich eine Schnittstelle geschaffen, über die Handelspartner und Endkunden über QR-Codes auf Verpackungen ausgewählte ESG-Informationen einsehen können. So entstand ein hohes Maß an Transparenz, das Vertrauen stärkt.
Die technische Integration allein hätte jedoch nicht gereicht, um die ESG-Ziele zu erreichen. Deshalb arbeitete Team Radner intensiv an der Verankerung in den Geschäftsprozessen. Im Einkauf wurden ESG-Kriterien verbindlich in die Lieferantenbewertung aufgenommen und digital hinterlegt. In der Produktionsplanung wurden Wasser- und Energieziele berücksichtigt, um besonders ressourcenintensive Prozesse zu optimieren. Die Logistik erhielt Kennzahlen zu Transportemissionen und konnte Routen und Transportmittel entsprechend anpassen. Marketing und Vertrieb nutzten die neuen Daten, um glaubwürdige Nachhaltigkeitsaussagen zu treffen, die sich jederzeit belegen lassen.
Ein wichtiger Baustein war die Automatisierung des ESG-Reportings gegenüber Handelspartnern. Viele große Handelsketten verlangten detaillierte Informationen zu CO₂-Fußabdruck, Herkunft und sozialen Standards. Bisher wurden diese Anfragen manuell beantwortet, was zeitaufwendig und fehleranfällig war. Team Radner implementierte eine Schnittstelle, über die standardisierte ESG-Datenpakete direkt aus der Plattform an die Systeme der Handelspartner übermittelt werden können. Dies reduzierte den Aufwand erheblich und erhöhte gleichzeitig die Konsistenz der gelieferten Informationen.
Die Effekte der digitalen Transformation wurden nach und nach sichtbar. In den Pilotregionen der Landwirtschaft konnten Wasserverbräuche durch gezielte Empfehlungen und Monitoring reduziert werden. Die Landwirte profitierten von besseren Erträgen und stabileren Beziehungen zum Lebensmittelkonzern. In den Werken sank der spezifische Energie- und Wasserverbrauch, weil ineffiziente Prozesse identifiziert und angepasst wurden. Verpackungsprojekte führten zu einem höheren Anteil recycelbarer Materialien, ohne die Produktsicherheit zu gefährden. Diese Erfolge wurden durch die zentrale Plattform messbar und nachvollziehbar dokumentiert.
Auch im sozialen Bereich ergaben sich deutliche Verbesserungen. Durch die digitale Erfassung von Arbeitszeiten und Löhnen in der Landwirtschaft konnten Verstöße gegen Mindeststandards schneller erkannt werden. Team Radner unterstützte den Konzern dabei, mit lokalen Partnern Programme zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen aufzusetzen. In den Werken wurden Arbeitssicherheitskennzahlen in Echtzeit überwacht, sodass kritische Entwicklungen frühzeitig sichtbar wurden. Schulungsprogramme konnten gezielt auf Bereiche mit erhöhtem Risiko ausgerichtet werden, was die Unfallzahlen senkte.
Governance-seitig stärkte die digitale ESG-Transformation die Fähigkeit des Unternehmens, regulatorische Anforderungen zu erfüllen. Rückverfolgbarkeit bis zum Ursprungsbetrieb wurde nicht nur technisch möglich, sondern auch prozessual verankert. Audits konnten auf Basis der digitalen Daten gezielter geplant und durchgeführt werden. Die zentrale Plattform ermöglichte es, auf neue Berichtspflichten flexibel zu reagieren, da die notwendigen Informationen bereits strukturiert vorlagen. Team Radner etablierte zudem einen Prozess, in dem neue regulatorische Anforderungen regelmäßig analysiert und in die Plattformlogik integriert werden.
Wirtschaftlich zahlte sich die Transformation in mehrfacher Hinsicht aus. Der Konzern konnte sich bei Ausschreibungen des Handels mit belastbaren ESG-Daten differenzieren und neue Listungen gewinnen. Effizienzgewinne in Produktion und Logistik reduzierten Kosten und erhöhten die Resilienz gegenüber Preisschwankungen. Fördermittel für nachhaltige Landwirtschaftsprojekte und Effizienzmaßnahmen in den Werken ließen sich dank der Datenbasis leichter akquirieren. Die Investition in die digitale ESG-Infrastruktur erwies sich damit als strategischer Hebel, der sowohl Nachhaltigkeit als auch Profitabilität stärkt.
Besonders wertvoll war die Möglichkeit, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Auf Basis der detaillierten ESG-Daten konnte der Lebensmittelkonzern Produktlinien mit besonders niedriger Klimawirkung oder hoher sozialer Wirkung gezielt positionieren. Handelspartner erhielten die Option, Regalflächen für Produkte mit nachweislich besseren ESG-Profilen zu reservieren. Konsumenten konnten über digitale Kanäle zusätzliche Informationen abrufen und ihre Kaufentscheidungen bewusster treffen. Die Kombination aus Transparenz, Glaubwürdigkeit und Innovation verschaffte dem Unternehmen einen Vorsprung im Wettbewerb.
Die Zusammenarbeit mit Team Radner zeigte, dass digitale Transformation zur Unterstützung von ESG-Zielen in der Lebensmittelbranche eine tiefgreifende Veränderung der Wertschöpfungskette erfordert. Es genügt nicht, einzelne Kennzahlen zu erfassen; entscheidend ist die durchgängige Verbindung von Daten, Prozessen und Entscheidungen. Die geschaffene Plattform, die ESG-Rückverfolgbarkeit, automatisierte Berichte und operative Steuerung vereint, machte ESG vom Kostenfaktor zum Werttreiber. Für den Lebensmittelkonzern entstand so ein belastbares Fundament, auf dem weitere Innovationen und Partnerschaften aufbauen können.
Am Ende stand ein System, das nicht nur den aktuellen Anforderungen gerecht wird, sondern auch zukünftige Entwicklungen antizipieren kann. Neue Rohstoffquellen, veränderte Konsumentenwünsche oder strengere Regulierungen lassen sich in der digitalen Architektur abbilden. Team Radner etablierte gemeinsam mit den Verantwortlichen einen Governance-Prozess für die Weiterentwicklung der Plattform, damit sie lebendig bleibt und sich an neue Herausforderungen anpasst. So wurde aus der ESG-Transformation kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Entwicklungsweg, der den Lebensmittelkonzern langfristig stärkt.
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