



Ein international tätiges Unternehmen aus dem Maschinenbau stand vor der Herausforderung, dass seine Produktions-IT immer komplexer wurde und gleichzeitig die Anforderungen an Verfügbarkeit und Informationssicherheit stiegen. Die Geschäftsführung erkannte, dass ungeplante Stillstände und Cybervorfälle direkte Auswirkungen auf Umsatz und Reputation haben. Deshalb wurde der Auftrag erteilt, ein strukturiertes Technologie- und IT-Risikomanagement aufzubauen und in die bestehenden Führungsprozesse zu integrieren. Team Radner erhielt den Auftrag, diese Transformation von der ersten Bestandsaufnahme bis zur nachhaltigen Verankerung zu begleiten.
Zu Beginn führte Team Radner mehrere Workshops mit Vertretern aus Produktion, Instandhaltung, IT, OT-Security und Controlling durch. Ziel war es, ein gemeinsames Verständnis zu schaffen, welche Systeme geschäftskritisch sind und welche Risiken bereits bekannt oder zumindest vermutet werden. Schnell zeigte sich, dass zwar viele Einzelmaßnahmen existierten, aber kein durchgängiger, priorisierter Ansatz. Team Radner strukturierte die Informationen in einer ersten Risikolandkarte, die sowohl klassische IT-Systeme als auch Steuerungen, Sensorik und vernetzte Maschinen umfasste.
Im nächsten Schritt analysierte Team Radner die vorhandene Systemlandschaft detailliert. Dazu gehörten ERP-System, Produktionsleitsystem, Maschinensteuerungen, Fernwartungszugänge und Cloud-Dienste für Zustandsüberwachung. Für jede dieser Komponenten wurden Bedrohungen, Schwachstellen und potenzielle Auswirkungen auf Verfügbarkeit, Integrität und Vertraulichkeit bewertet. Die Bewertung erfolgte anhand eines einheitlichen Scorings, das gemeinsam mit dem Management abgestimmt wurde, damit spätere Entscheidungen nachvollziehbar und akzeptiert sind.
Besonderes Augenmerk legte Team Radner auf die Schnittstellen zwischen IT und OT. In der Vergangenheit waren diese Verbindungen historisch gewachsen und nur teilweise dokumentiert. Durch Interviews mit langjährigen Mitarbeitenden und eine technische Netzwerkanalyse konnten versteckte Verbindungen identifiziert werden, die ein erhebliches Einfallstor für Angriffe darstellten. Die Ergebnisse wurden in einer grafischen Darstellung aufbereitet, die erstmals transparent machte, wie stark die Produktionsanlagen tatsächlich mit dem Unternehmensnetz verbunden waren.
Auf Basis dieser Transparenz entwickelte Team Radner ein strukturiertes Risikoregister. Jedes Risiko erhielt eine eindeutige Kennung, eine Beschreibung der Ursache, eine Einschätzung der Eintrittswahrscheinlichkeit und der potenziellen Schadenshöhe. Zusätzlich wurden bestehende Kontrollen dokumentiert, um Doppelarbeit zu vermeiden und bereits getätigte Investitionen sichtbar zu machen. Das Management erhielt damit ein Instrument, mit dem sich Risiken nicht nur qualitativ, sondern auch quantitativ vergleichen ließen.
Ein zentrales Ergebnis der Analyse war die Erkenntnis, dass insbesondere die Fernwartungszugänge zu Maschinen unzureichend abgesichert waren. Externe Dienstleister nutzten teilweise gemeinsam genutzte Konten, VPN-Verbindungen ohne starke Authentisierung und selten aktualisierte Software. Team Radner bewertete dieses Risiko als hochkritisch, da ein erfolgreicher Angriff über diese Zugänge nicht nur Daten, sondern auch physische Produktionsprozesse manipulieren könnte. Die Geschäftsführung priorisierte daher Maßnahmen in diesem Bereich.
Team Radner erarbeitete ein Maßnahmenpaket, das sowohl technische als auch organisatorische Aspekte umfasste. Technisch wurden segmentierte Netzwerke, gehärtete Fernwartungsplattformen und mehrstufige Authentisierungsverfahren vorgesehen. Organisatorisch wurden klare Regelungen für die Vergabe und den Entzug von Zugriffsrechten, Protokollierungspflichten und regelmäßige Überprüfungen definiert. Diese Maßnahmen wurden in einem abgestimmten Umsetzungsplan mit Verantwortlichkeiten, Budgets und Zeitplänen hinterlegt.
Parallel dazu entwickelte Team Radner ein Governance-Modell für das gesamte Technologie- und IT-Risikomanagement. Dazu gehörte die Definition eines Risikokomitees, in dem Vertreter aus allen relevanten Bereichen regelmäßig zusammenkommen. Dieses Gremium erhielt den Auftrag, Risiken zu bewerten, Prioritäten festzulegen und den Fortschritt der Maßnahmen zu überwachen. Durch diese Struktur wurde sichergestellt, dass IT-Risiken nicht mehr isoliert in der IT-Abteilung behandelt werden, sondern als integraler Bestandteil der Unternehmenssteuerung.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Sensibilisierung der Mitarbeitenden. Team Radner konzipierte zielgruppenspezifische Schulungen für Produktionsmitarbeitende, Instandhalter, IT-Spezialisten und Führungskräfte. In diesen Formaten wurden reale Szenarien aus dem Maschinenbau genutzt, um die Auswirkungen von Fehlkonfigurationen, Social Engineering oder unbedachten Handlungen greifbar zu machen. Die Schulungen wurden so gestaltet, dass sie nicht als zusätzliche Belastung, sondern als Unterstützung im Arbeitsalltag wahrgenommen wurden.
Um die Wirksamkeit der Maßnahmen zu überprüfen, führte Team Radner gemeinsam mit dem Unternehmen mehrere Tests durch. Dazu gehörten Notfallübungen, bei denen der Ausfall kritischer Systeme simuliert wurde, sowie technische Penetrationstests auf ausgewählte Komponenten. Die Ergebnisse dieser Tests flossen direkt in die Weiterentwicklung des Risikomanagements ein. Gleichzeitig konnte das Management gegenüber Kunden und Auditoren nachweisen, dass ein systematischer Ansatz zur Beherrschung von IT- und Technologierisiken etabliert wurde.
Ein wichtiger Meilenstein war die Integration des Risikomanagements in die Investitionsplanung. Team Radner entwickelte ein Modell, mit dem sich die Reduktion von Risiken in monetäre Effekte übersetzen ließ. Dadurch konnten Investitionen in Sicherheitsmaßnahmen besser mit anderen Projekten verglichen werden. Die Geschäftsführung nutzte diese Transparenz, um gezielt in Maßnahmen zu investieren, die sowohl das Risiko deutlich senkten als auch die Verfügbarkeit der Anlagen erhöhten.
Im Verlauf des Projekts zeigte sich, dass einige ältere Maschinensteuerungen nicht mehr ausreichend unterstützt wurden und erhebliche Sicherheitslücken aufwiesen. Anstatt diese Systeme ad hoc auszutauschen, entwickelte Team Radner gemeinsam mit der Technikabteilung eine Migrationsstrategie. Diese Strategie priorisierte jene Anlagen, bei denen das Verhältnis von Risiko zu Austauschkosten besonders ungünstig war. So entstand ein mehrjähriger Fahrplan, der sowohl Budgetplanung als auch Produktionsplanung berücksichtigte.
Ein weiterer Effekt des etablierten Technologie- und IT-Risikomanagements war die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen IT und Produktion. Vor dem Projekt wurden Sicherheitsanforderungen häufig als Bremse wahrgenommen, die Projekte verzögert. Durch die klare Struktur, transparente Kriterien und gemeinsame Entscheidungsprozesse wandelte sich dieses Bild. Sicherheitsanforderungen wurden nun frühzeitig in Projekte integriert, sodass spätere Nachbesserungen und Konflikte deutlich seltener auftraten.
Besonders positiv wirkte sich das neue Vorgehen bei der Einführung eines neuen Produktionsleitsystems aus. Team Radner unterstützte das Unternehmen dabei, bereits in der Planungsphase Risikobetrachtungen durchzuführen und Sicherheitsanforderungen in die Ausschreibungsunterlagen aufzunehmen. Dadurch konnten Anbieter gezielt bewertet werden, nicht nur nach Funktionalität und Preis, sondern auch nach ihrem Beitrag zur Reduktion von IT-Risiken. Das ausgewählte System erfüllte von Beginn an definierte Mindeststandards, was spätere Anpassungen erheblich reduzierte.
Im Laufe der Zeit etablierte sich ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess. Team Radner definierte Kennzahlen, mit denen sich der Reifegrad des Technologie- und IT-Risikomanagements messen ließ. Dazu gehörten unter anderem die Anzahl identifizierter und bewerteter Risiken, der Umsetzungsgrad von Maßnahmen, die Häufigkeit von Sicherheitsvorfällen und die Dauer von Störungen. Diese Kennzahlen wurden regelmäßig im Management-Reporting dargestellt und dienten als Grundlage für strategische Entscheidungen.
Ein Jahr nach Abschluss der initialen Implementierung wurden die Effekte messbar. Die durchschnittliche Dauer von IT-bedingten Produktionsunterbrechungen sank signifikant. Gleichzeitig konnten mehrere versuchte Cyberangriffe frühzeitig erkannt und abgewehrt werden, bevor es zu größeren Schäden kam. Versicherer honorierten den gestiegenen Reifegrad mit verbesserten Konditionsangeboten. Kunden reagierten positiv auf die erhöhte Transparenz und die nachweisbare Professionalität im Umgang mit Risiken.
Langfristig führte der etablierte Ansatz dazu, dass das Unternehmen Technologieentscheidungen bewusster traf. Neue digitale Services, etwa für vorausschauende Wartung oder datengetriebene Optimierung, wurden nicht mehr isoliert betrachtet, sondern stets im Kontext der bestehenden Risikolandschaft. Team Radner hatte dafür ein Entscheidungsframework entwickelt, das Chancen und Risiken neuer Technologien systematisch gegenüberstellte. So konnten Innovation und Sicherheit in Einklang gebracht werden, anstatt als Gegensätze zu erscheinen.
Die Einführung des Technologie- und IT-Risikomanagements veränderte auch die Rolle der IT-Abteilung. Statt primär als Dienstleister für Infrastruktur und Support zu agieren, wurde IT zunehmend als strategischer Partner wahrgenommen. Durch die enge Verzahnung mit Produktion und Management entstand ein gemeinsamer Blick auf geschäftskritische Prozesse. Team Radner hatte diesen Wandel durch klare Rollenbeschreibungen, Kommunikationsformate und Schulungen für Führungskräfte gezielt unterstützt.
Am Ende des Projekts stand ein Maschinenbauunternehmen, das seine technologischen Risiken nicht nur kennt, sondern aktiv steuert. Die Kombination aus strukturiertem Risikoregister, klaren Governance-Strukturen, technischen Schutzmaßnahmen und gelebter Sicherheitskultur führte zu einer spürbaren Erhöhung der Resilienz. Die Geschäftsführung konnte gegenüber Aufsichtsorganen, Kunden und Partnern belegen, dass unternehmensweites Risikobewusstsein und professionelle Steuerung von IT- und Technologierisiken fest verankert sind. Damit wurde nicht nur die operative Stabilität verbessert, sondern auch ein Wettbewerbsvorteil geschaffen, der das Unternehmen im Markt differenziert.
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