Wenn Chatbots denken lernen: Automatisierung im Bankkundenservice

In einer regional tätigen Bank mit stark wachsender Online-Nachfrage stieg die Zahl der Kundenanfragen über E-Mail, Webformulare und Chat in kurzer Zeit massiv an. Die Servicecenter-Mitarbeitenden waren mit der Flut an Routineanfragen zu Kontoständen, Kartenlimits, Adressänderungen und Produktinformationen zunehmend überlastet. Gleichzeitig verschärften sich regulatorische Anforderungen, etwa im Bereich Identitätsprüfung und Dokumentationspflichten. In dieser Situation suchte die Bank nach einer Lösung, die sowohl die Servicequalität verbessert als auch die Einhaltung der Vorgaben sicherstellt. Team Radner erhielt den Auftrag, eine integrierte Lösung auf Basis von RPA und KI im Kundenservice zu entwickeln.

Zu Beginn führte Team Radner eine detaillierte Analyse der eingehenden Anfragen durch. Über mehrere Wochen wurden E-Mails, Chatprotokolle und Telefonnotizen anonymisiert ausgewertet, um Muster und wiederkehrende Themen zu identifizieren. Es zeigte sich, dass ein Großteil der Kontakte aus einfachen, standardisierbaren Anliegen bestand, die nach klaren Regeln beantwortet werden konnten. Gleichzeitig gab es einen kleineren, aber kritischen Anteil komplexer Fälle, die individuelle Beratung erforderten. Diese Erkenntnis bildete die Grundlage für ein zweistufiges Servicekonzept, bei dem KI-basierte Assistenten Routineanfragen übernehmen und Mitarbeitende sich auf anspruchsvolle Fälle konzentrieren.

Team Radner entwickelte zunächst ein Zielbild für den zukünftigen Kundenservice, in dem mehrere Komponenten nahtlos zusammenarbeiten sollten. Ein intelligenter Chatbot sollte auf der Website und in der Mobile-App einfache Fragen beantworten und bei Bedarf an menschliche Berater übergeben. Im Hintergrund sollten RPA-Bots Standardprozesse wie Adressänderungen, Kartensperren oder die Anforderung von Kontoauszügen automatisiert ausführen. Eine KI-gestützte Klassifikation sollte eingehende E-Mails analysieren, kategorisieren und an die richtigen Bearbeitungspfade weiterleiten. Dieses Zusammenspiel sollte sicherstellen, dass Kundenanliegen schnell, korrekt und nachvollziehbar bearbeitet werden.

Im nächsten Schritt definierte Team Radner gemeinsam mit der Bank die Prioritäten für die Umsetzung. Zunächst wurden die Prozesse ausgewählt, die ein hohes Volumen, klare Regeln und geringe Risiken aufwiesen. Dazu gehörten etwa die Änderung von Kontaktdaten, die Bestellung von Karten, die Freischaltung von Online-Banking-Zugängen und die Beantwortung allgemeiner Produktfragen. Für jeden dieser Prozesse erstellte Team Radner ein detailliertes Prozessdesign, das sowohl die fachlichen Schritte als auch die notwendigen Sicherheitsprüfungen abbildete. Parallel dazu wurden die Anforderungen der Compliance-Abteilung integriert, um sicherzustellen, dass alle regulatorischen Vorgaben eingehalten werden.

Die technische Umsetzung begann mit der Implementierung einer sicheren RPA-Plattform, die in die bestehende IT-Landschaft der Bank eingebettet wurde. Team Radner richtete virtuelle Arbeitsplätze ein, auf denen die Bots mit den gleichen Anwendungen arbeiteten wie die menschlichen Mitarbeitenden. Dadurch konnten bestehende Kernbankensysteme genutzt werden, ohne tiefgreifende Änderungen vorzunehmen. Gleichzeitig wurde eine KI-Komponente zur Textanalyse integriert, die eingehende Nachrichten inhaltlich verstand und relevante Informationen extrahierte. Diese Komponente wurde mit historischen Daten der Bank trainiert, um typische Formulierungen und Fachbegriffe zu erkennen.

Ein besonderer Fokus lag auf der Gestaltung des Chatbots, der für viele Kunden das sichtbare Gesicht der neuen Lösung sein würde. Team Radner entwickelte gemeinsam mit dem Marketing und dem Kundenservice eine Tonalität, die zur Marke der Bank passte und Vertrauen vermittelte. Der Chatbot erhielt die Fähigkeit, Rückfragen zu stellen, Unklarheiten zu klären und bei Bedarf an einen menschlichen Berater zu übergeben. Im Hintergrund nutzte der Chatbot eine KI-basierte Dialogsteuerung, die aus früheren Gesprächen lernte und ihre Antworten kontinuierlich verbesserte. Gleichzeitig wurden klare Grenzen definiert, bei welchen Themen der Chatbot nicht antworten darf, etwa bei komplexen Anlageberatungen.

Während der Entwicklungsphase führte Team Radner mehrere Testzyklen mit ausgewählten Mitarbeitenden durch. Diese testeten den Chatbot und die RPA-Bots in einer geschützten Umgebung und gaben Feedback zu Verständlichkeit, Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit. Auf Basis dieses Feedbacks wurden Dialoge angepasst, zusätzliche Antwortvarianten ergänzt und Sonderfälle in den Prozessen berücksichtigt. Besonders wichtig war, dass der Übergang vom Chatbot zum menschlichen Berater reibungslos funktionierte und der Berater alle bisherigen Informationen aus dem Dialog einsehen konnte. So wurde vermieden, dass Kunden ihr Anliegen mehrfach schildern mussten.

Nach Abschluss der internen Tests startete eine Pilotphase mit einem begrenzten Kundenkreis. Team Radner überwachte in Echtzeit, wie der Chatbot genutzt wurde, welche Fragen häufig auftraten und wo es zu Abbrüchen kam. Gleichzeitig wurden die RPA-Bots im Hintergrund für ausgewählte Prozesse produktiv geschaltet, etwa für Adressänderungen und Kartensperren. Die Ergebnisse der Pilotphase zeigten, dass ein großer Teil der Kundenanliegen bereits vollständig durch die automatisierten Komponenten gelöst werden konnte. In Fällen, in denen eine Übergabe an Mitarbeitende nötig war, verkürzte sich die Bearbeitungszeit deutlich, weil die Vorarbeit bereits erledigt war.

Parallel zur technischen Einführung begleitete Team Radner die organisatorische Veränderung im Servicecenter. Es wurden neue Rollen geschaffen, etwa für die Überwachung der Bots, die Pflege von Wissensdatenbanken und die Analyse von Servicekennzahlen. Mitarbeitende erhielten Schulungen, wie sie mit den neuen Werkzeugen arbeiten und wie sie von den Bots vorbereitete Fälle effizient weiterbearbeiten. Wichtig war, dass die Mitarbeitenden die Automatisierung nicht als Konkurrenz, sondern als Unterstützung wahrnahmen. Viele erkannten schnell, dass sie durch die Entlastung von Routineaufgaben mehr Zeit für persönliche Beratung und komplexe Anliegen hatten.

Ein weiterer Schritt bestand darin, die automatisierten Prozesse eng mit den Compliance-Anforderungen zu verzahnen. Team Radner implementierte Mechanismen, die sicherstellten, dass jede durch einen Bot durchgeführte Aktion protokolliert und nachvollziehbar war. Bei sensiblen Vorgängen, etwa der Änderung von Sicherheitsmerkmalen, wurden zusätzliche Prüfungen eingebaut, die eine Freigabe durch Mitarbeitende erforderten. Die Compliance-Abteilung erhielt Dashboards, mit denen sie die Aktivitäten der Bots überwachen und bei Auffälligkeiten eingreifen konnte. Dadurch wurde das Vertrauen in die neue Lösung gestärkt und die Freigabe durch interne Gremien erleichtert.

Mit der Zeit erweiterte die Bank den Einsatzbereich der Automatisierung auf weitere Prozesse. Team Radner unterstützte etwa bei der Automatisierung der Bearbeitung von Standardkreditanfragen mit geringem Volumen, der Erstellung von Bescheinigungen und der Abwicklung von Terminvereinbarungen. Die zugrunde liegende Architektur erlaubte es, neue Use Cases vergleichsweise schnell zu integrieren, da viele technische Bausteine wiederverwendet werden konnten. So entstand ein modularer Baukasten, mit dem der Kundenservice schrittweise digitalisiert und automatisiert wurde.

Die messbaren Effekte der Einführung von RPA und KI im Kundenservice waren deutlich. Die durchschnittliche Antwortzeit auf E-Mail-Anfragen sank von mehreren Tagen auf wenige Stunden, in vielen Fällen sogar auf Minuten. Im Chat konnten Kunden rund um die Uhr Unterstützung erhalten, ohne auf Öffnungszeiten angewiesen zu sein. Die First-Contact-Resolution-Rate stieg, weil viele Anliegen bereits beim ersten Kontakt vollständig gelöst wurden. Gleichzeitig sank die Fehlerquote bei der Datenerfassung, da die Bots nach klaren Regeln arbeiteten und keine Tippfehler machten.

Aus Sicht der Kunden verbesserte sich die Serviceerfahrung spürbar. Viele schätzten die Möglichkeit, einfache Anliegen schnell und unkompliziert digital zu erledigen. Für komplexere Themen stand weiterhin der persönliche Kontakt zur Verfügung, der nun mehr Zeit und Aufmerksamkeit erhielt. Die Bank erhielt positives Feedback in Kundenbefragungen und konnte ihre Servicekennzahlen in Berichten an die Aufsicht deutlich verbessern. Team Radner unterstützte die Bank dabei, diese Erfolge intern und extern zu kommunizieren und als Teil der Digitalisierungsstrategie zu positionieren.

Auch intern veränderte sich die Rolle des Kundenservice. Statt primär als Kostenfaktor wahrgenommen zu werden, entwickelte sich der Bereich zu einem wichtigen Touchpoint für Kundenbindung und Cross-Selling. Durch die Auswertung der von KI und RPA generierten Daten konnten Muster im Kundenverhalten erkannt und gezielte Angebote entwickelt werden. Team Radner half dabei, diese Erkenntnisse in Kampagnen und Beratungsansätze zu übersetzen. Die Kombination aus intelligenter Automatisierung und menschlicher Beratung führte zu einer höheren Relevanz des Kundenservice für die Gesamtstrategie der Bank.

Langfristig schuf die Bank mit Unterstützung von Team Radner eine flexible Plattform, auf der weitere Innovationen aufbauen konnten. Neue regulatorische Anforderungen ließen sich schneller in die automatisierten Prozesse integrieren, da Regelwerke zentral gepflegt wurden. Gleichzeitig konnten neue digitale Kanäle, etwa Messaging-Dienste, an die bestehende Architektur angebunden werden. Die Investition in RPA und KI zahlte sich damit nicht nur kurzfristig in Form von Effizienzgewinnen aus, sondern bildete die Grundlage für eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Kundenservice.

Am Ende stand ein Kundenservice, der Geschwindigkeit, Qualität und Compliance auf einem neuen Niveau vereinte. Kunden profitierten von schnellen, zuverlässigen Antworten, Mitarbeitende von einer Entlastung bei Routineaufgaben und die Bank von einer höheren Effizienz und besseren Steuerbarkeit. Team Radner hatte durch die Kombination aus technischer Umsetzung, Prozessdesign und Change-Management dazu beigetragen, dass die Bank ihre Serviceorganisation zukunftsfähig ausrichten konnte. Die Erfahrungen aus diesem Projekt flossen in weitere Digitalisierungsinitiativen ein und stärkten die Position der Bank im Wettbewerb um digitale Kundenerlebnisse.

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