



Ein wachstumsstarker IT-Dienstleister mit Fokus auf Softwareentwicklung und Systemintegration stand vor einem paradoxen Problem. Die Auftragsbücher waren gut gefüllt, die Teams arbeiteten an vielen Projekten gleichzeitig, und dennoch blieb die Profitabilität hinter den Erwartungen zurück. Die Geschäftsführung vermutete, dass die Personalkostenstruktur nicht optimal zu den Projektmodellen passte. Team Radner wurde beauftragt, durch ein gezielt auf die Branche zugeschnittenes, effizientes Management der Personalkosten Transparenz zu schaffen und die Steuerung zu verbessern. Im Zentrum standen Fragen nach Auslastung, Tagessätzen, Skill-Mix und interner Organisation.
Zu Beginn analysierte Team Radner die vorhandenen Datenquellen. Das Unternehmen nutzte bereits ein Projektmanagement-Tool, ein Zeiterfassungssystem und eine Finanzbuchhaltung mit Kostenstellenstruktur. Allerdings waren diese Systeme nur teilweise miteinander verknüpft. Dadurch fehlte ein durchgängiger Blick auf die Zusammenhänge zwischen Personalkosten, Projektaufwänden und Erlösen. Team Radner entwickelte ein Datenmodell, das diese Informationen zusammenführte. Auf dieser Basis konnten erstmals belastbare Kennzahlen zur Produktivität, Auslastung und Deckungsbeiträgen je Projekt und Team erstellt werden. Die Ergebnisse überraschten viele Führungskräfte.
Es zeigte sich, dass einige Teams mit hoher Auslastung dennoch geringe Deckungsbeiträge erwirtschafteten. Ursache waren unter anderem zu niedrige Tagessätze in Kombination mit einem hohen Anteil seniorer Mitarbeitender. Andere Teams hatten zwar gute Margen, aber eine schwankende Auslastung, die zu Leerlaufzeiten führte. Team Radner machte deutlich, dass Personalkosten im Projektgeschäft nicht isoliert betrachtet werden können. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Stundensätzen, Skill-Struktur, Projektlaufzeiten und Auslastung. Diese Erkenntnis bildete die Grundlage für die weitere Arbeit.
Ein erster Hebel lag in der Transparenz über die tatsächliche Auslastung. Zwar wurden Arbeitszeiten erfasst, doch die Auswertungen waren grob und kamen oft verspätet. Team Radner etablierte ein Auslastungs-Cockpit, das auf Wochenbasis zeigte, wie viele Stunden pro Person und Team fakturierbar, intern oder unproduktiv waren. Diese Informationen wurden mit den jeweiligen Personalkosten verknüpft, sodass klar erkennbar war, welche Konstellationen wirtschaftlich tragfähig waren. Führungskräfte erhielten damit ein Instrument, um frühzeitig auf Unter- oder Überauslastung zu reagieren, statt erst im Nachhinein auf Jahresergebnisse zu blicken.
Parallel dazu untersuchte Team Radner die Skill-Struktur der Belegschaft. In den vergangenen Jahren hatte das Unternehmen stark in Senior-Profile investiert, um komplexe Projekte stemmen zu können. Dies führte jedoch zu einer hohen durchschnittlichen Kostenbasis pro Stunde. In einigen Projekten wurden Aufgaben von hochqualifizierten Expertinnen und Experten erledigt, die auch von weniger erfahrenen Mitarbeitenden übernommen werden konnten. Team Radner entwickelte ein Zielbild für einen ausgewogenen Skill-Mix, der Juniors, Intermediates und Seniors in einem sinnvollen Verhältnis kombinierte. Dieses Zielbild wurde mit der Personalplanung und dem Recruiting verknüpft.
Ein weiterer Fokus lag auf den Projektmodellen und Vertragsstrukturen. Viele Projekte wurden zu Festpreisen angeboten, während die internen Kosten auf Time-and-Material-Basis anfielen. Team Radner analysierte, in welchen Projekttypen dieses Modell gut funktionierte und wo Risiken entstanden. Es zeigte sich, dass insbesondere bei innovativen, schlecht spezifizierten Vorhaben die Gefahr von Budgetüberschreitungen hoch war. In solchen Fällen führten unzureichend kalkulierte Personalkosten zu Margenverlusten. Team Radner erarbeitete Kriterien, wann Festpreisprojekte sinnvoll sind und wann variable Modelle vorzuziehen sind. Diese Kriterien wurden in den Vertriebsprozess integriert.
Um die Personalkosten besser steuern zu können, entwickelte Team Radner gemeinsam mit dem Controlling ein Set von Zielgrößen. Dazu gehörten unter anderem eine Zielauslastung pro Rolle, ein angestrebter Deckungsbeitrag je Projekt und eine maximale Quote nicht fakturierbarer Stunden. Diese Zielgrößen wurden nicht als starre Vorgaben verstanden, sondern als Orientierungsrahmen. Führungskräfte konnten begründete Abweichungen zulassen, etwa für strategisch wichtige Projekte oder Innovationsvorhaben. Wichtig war, dass die Auswirkungen auf die Personalkosten und die Gesamtprofitabilität transparent wurden.
Ein sensibler Bereich betraf die internen Projekte und Aktivitäten. Das Unternehmen investierte viel Zeit in interne Tools, Wissensaufbau und Marketing. Diese Aktivitäten waren wichtig, wurden aber bisher kaum mit Blick auf ihre Kosten und ihren Nutzen gesteuert. Team Radner führte eine systematische Kategorisierung interner Stunden ein. So konnte unterschieden werden zwischen strategisch relevanten Initiativen, notwendigen Basisaufgaben und eher optionalen Tätigkeiten. Auf dieser Grundlage wurden Prioritäten gesetzt und Budgets definiert. Dadurch gelang es, die nicht fakturierbaren Stunden zu reduzieren, ohne Innovation und Weiterentwicklung zu bremsen.
Ein weiterer Hebel lag in der Gestaltung von Karrierepfaden und Vergütungsmodellen. In der Vergangenheit waren Gehaltsentwicklungen stark an Betriebszugehörigkeit und individuelle Verhandlungen gekoppelt. Dies führte zu einer heterogenen Kostenstruktur, die nicht immer mit dem Marktwert und der Wertschöpfung im Projekt korrespondierte. Team Radner unterstützte bei der Entwicklung transparenter Rollen- und Karrierestufen mit klaren Kriterien. Diese wurden mit marktgerechten Gehaltsbändern verknüpft, die sowohl die Personalkosten steuerbar machten als auch attraktive Entwicklungsperspektiven boten. So entstand ein Rahmen, in dem individuelle Entwicklung und betriebswirtschaftliche Steuerung zusammenfanden.
Um die Veränderungen in der Organisation zu verankern, setzte Team Radner auf eine Kombination aus Trainings, Coachings und regelmäßigen Review-Formaten. Projektleiterinnen und -leiter wurden darin geschult, Personalkosten und Auslastung aktiv in ihre Projektplanung einzubeziehen. Sie lernten, wie sie mit dem Controlling zusammenarbeiten können, um frühzeitig auf Abweichungen zu reagieren. In Review-Meetings wurden Projekte nicht nur fachlich, sondern auch wirtschaftlich reflektiert. Diese Praxis förderte ein gemeinsames Verständnis dafür, dass erfolgreiche Projekte sowohl inhaltlich als auch finanziell überzeugen müssen.
Im Verlauf des Projekts wurde deutlich, dass das effiziente Management der Personalkosten auch Auswirkungen auf die Angebotsphase hatte. Vertriebsteams erhielten Zugriff auf Kennzahlen zu typischen Kostenstrukturen vergleichbarer Projekte. Dadurch konnten Angebote realistischer kalkuliert und Margenrisiken besser eingeschätzt werden. Team Radner unterstützte bei der Entwicklung von Angebotsleitfäden, die Personalkosten, Skill-Mix und Auslastung berücksichtigen. So entstand eine engere Verzahnung zwischen Vertrieb, Delivery und Controlling. Diese Verzahnung reduzierte die Zahl der Projekte, die zwar gewonnen, aber wirtschaftlich unattraktiv waren.
Nach etwa neun Monaten zeigten sich erste messbare Effekte. Die durchschnittliche Auslastung stieg, während die Quote nicht fakturierbarer Stunden sank. Gleichzeitig verbesserte sich der durchschnittliche Deckungsbeitrag pro Projekt. Besonders wichtig war, dass diese Verbesserungen nicht durch Überlastung der Mitarbeitenden erzielt wurden. Im Gegenteil: Durch eine bewusstere Planung und Priorisierung konnten Überstunden reduziert und Pufferzeiten gezielt eingeplant werden. Team Radner achtete darauf, dass wirtschaftliche Steuerung und gesunde Arbeitsbedingungen im Gleichgewicht blieben.
Ein interessanter Nebeneffekt ergab sich in der Mitarbeiterentwicklung. Durch die klareren Rollenprofile und den bewussten Skill-Mix wurden Entwicklungsbedarfe sichtbarer. Juniors erhielten gezielte Einsätze in Projekten, die zu ihrem Lernstand passten, während Seniors stärker auf Aufgaben mit hoher Wertschöpfung fokussiert wurden. Team Radner beobachtete, dass dies nicht nur die Personalkostenstruktur verbesserte, sondern auch die Zufriedenheit in den Teams erhöhte. Mitarbeitende erlebten ihre Entwicklung als planbarer und nachvollziehbarer. Gleichzeitig konnte das Unternehmen seine Position im Wettbewerb um Fachkräfte stärken.
Langfristig nutzte der IT-Dienstleister die gewonnenen Erkenntnisse, um seine Geschäftsstrategie zu schärfen. Projekte mit dauerhaft niedrigen Margen wurden kritisch hinterfragt, und in einigen Fällen entschied sich das Unternehmen bewusst gegen bestimmte Angebotsformen. Stattdessen wurden Leistungen ausgebaut, bei denen der Zusammenhang zwischen Personalkosten, Wertschöpfung und Kundennutzen besonders günstig war. Team Radner unterstützte bei der Entwicklung eines Portfolios, das wirtschaftlich tragfähig und strategisch zukunftsfähig war. Personalkosten wurden dabei als zentrale Steuerungsgröße verstanden, nicht als reine Sparvariable.
In der Gesamtschau zeigte sich, dass ein professionelles, effizientes Management der Personalkosten im IT-Projektgeschäft weit über klassische Kostensenkungsprogramme hinausgeht. Es verbindet Auslastungssteuerung, Skill-Management, Projektkalkulation und Karriereentwicklung zu einem integrierten System. Für den IT-Dienstleister bedeutete dies eine deutlich verbesserte Planbarkeit, höhere Margen und eine stabilere Wachstumsbasis. Team Radner konnte anhand dieses Projekts verdeutlichen, wie integrierte Personalkostensteuerung in wissensintensiven Dienstleistungsunternehmen zu einem echten Wettbewerbsvorteil wird.
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