



Ein traditionsreicher Hersteller von verpackten Lebensmitteln sah sich mit einem schleichenden, aber gefährlichen Problem konfrontiert. Die Umsätze stagnierten, die Rohstoffpreise stiegen, und der Handel drückte die Einkaufspreise immer weiter nach unten. Die Geschäftsführung spürte, dass die bisherige Planung nicht mehr ausreichte, um die Zukunftsfähigkeit realistisch einzuschätzen. In dieser Situation wurde Team Radner beauftragt, eine umfassende Analyse der Fähigkeit des Unternehmens zur Fortführung der Geschäftstätigkeit durchzuführen. Die Aufgabe war anspruchsvoll, denn die Krise war nicht spektakulär, sondern schleichend.
Zu Beginn legte Team Radner großen Wert darauf, die Ausgangslage nicht nur in Zahlen, sondern auch in Strukturen und Prozessen zu verstehen. Das Unternehmen verfügte über mehrere Produktionsstandorte, eine breite Produktpalette und langjährige Beziehungen zu großen Handelsketten. Gleichzeitig waren die internen Steuerungsinstrumente historisch gewachsen und nur begrenzt integriert. Die Planung erfolgte überwiegend auf Jahresbasis, kurzfristige Abweichungen wurden nur punktuell analysiert. Diese Rahmenbedingungen prägten die Herangehensweise an die Fortführungsanalyse.
In einem ersten Schritt wurden die bestehenden Planungs- und Reportingunterlagen systematisch gesichtet. Team Radner analysierte vergangene Budgets, Forecasts und Ist-Zahlen der letzten fünf Jahre. Dabei fiel auf, dass die Planungen regelmäßig zu optimistisch gewesen waren, insbesondere bei Absatzmengen und Rohstoffkosten. Abweichungen wurden zwar kommentiert, aber selten in strukturelle Anpassungen der Planung übersetzt. Diese Erkenntnis war zentral, um die Qualität der bisherigen Prognosen realistisch einzuschätzen und für die Fortführungsanalyse zu kalibrieren.
Parallel dazu führte Team Radner Gespräche mit Verantwortlichen aus Einkauf, Produktion, Vertrieb und Controlling. Ziel war es, die Mechanismen zu verstehen, die hinter den Zahlen standen. Im Einkauf wurde deutlich, wie stark das Unternehmen von wenigen Rohstofflieferanten abhängig war. In der Produktion zeigte sich, dass bestimmte Linien nur bei hoher Auslastung kostendeckend arbeiteten. Der Vertrieb berichtete von zunehmendem Preisdruck und verschärften Konditionen im Handel. Diese qualitativen Informationen ergänzten die Zahlenanalyse und machten sichtbar, wo die größten Hebel für die Fortführungsfähigkeit lagen.
Ein besonderer Fokus lag auf der Margenentwicklung. Team Radner zerlegte die Deckungsbeiträge nach Produktgruppen, Vertriebskanälen und Kundensegmenten. Dabei wurde deutlich, dass einige vermeintliche Volumenträger nur noch minimale Margen erwirtschafteten. Gleichzeitig gab es Nischenprodukte mit stabilen, teilweise sogar steigenden Deckungsbeiträgen. Diese Differenzierung war bislang im Unternehmen nicht in dieser Klarheit vorhanden gewesen. Die Erkenntnis, dass nicht der Gesamtumsatz, sondern die Struktur der Umsätze entscheidend für die Fortführungsfähigkeit ist, veränderte die Perspektive der Geschäftsführung.
Auf Basis dieser Analysen entwickelte Team Radner ein integriertes Planungsmodell, das Ergebnis, Bilanz und Liquidität miteinander verknüpfte. Dieses Modell ermöglichte es, verschiedene Annahmen zu Preisen, Volumina und Kosten direkt auf ihre Auswirkungen auf die Zahlungsfähigkeit zu testen. Besonders wichtig war die Abbildung der Zahlungsziele mit Handel und Lieferanten. Die Analyse zeigte, dass die Zahlungsströme zeitlich ungünstig verteilt waren und das Unternehmen regelmäßig in saisonale Liquiditätsengpässe geriet. Diese Engpässe waren bislang nur mit kurzfristigen Kreditlinien überbrückt worden, ohne die strukturellen Ursachen zu adressieren.
Im Rahmen der Analyse der Fähigkeit des Unternehmens zur Fortführung der Geschäftstätigkeit wurden mehrere Szenarien definiert. Ein Szenario unterstellte, dass der Preisdruck des Handels weiter zunimmt, ohne dass es gelingt, Kostenvorteile zu realisieren. Ein anderes Szenario ging von einer erfolgreichen Fokussierung auf margenstarke Produkte und einer Optimierung der Produktionsauslastung aus. Zusätzlich wurde ein Stressszenario modelliert, in dem ein wichtiger Rohstofflieferant ausfällt und Ersatz nur zu deutlich höheren Preisen verfügbar ist. Diese Szenarien machten deutlich, wie sensibel die Fortführungsfähigkeit von wenigen, aber entscheidenden Parametern abhing.
Ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit von Team Radner war die systematische Risikoanalyse. Neben Markt- und Rohstoffrisiken wurden auch regulatorische Risiken und Qualitätsrisiken betrachtet. In der Lebensmittelbranche können Rückrufaktionen oder Änderungen in gesetzlichen Vorgaben erhebliche Auswirkungen haben. Die Analyse zeigte, dass zwar Qualitätsprozesse vorhanden waren, deren finanzielle Auswirkungen im Ernstfall jedoch nicht ausreichend durchdacht worden waren. Durch die Quantifizierung solcher Risiken entstand ein umfassenderes Bild der Gefährdungslage, als es die reine Betrachtung von Umsatz und Ergebnis liefern konnte.
Auf Grundlage der identifizierten Risiken und Szenarien entwickelte Team Radner konkrete Handlungsoptionen. Dazu gehörte die Reduktion von Produktvarianten mit dauerhaft niedrigen Margen, um Komplexität und Kosten zu senken. Gleichzeitig wurde eine gezielte Preisstrategie für margenstarke Nischenprodukte erarbeitet. Im Einkauf wurden Verhandlungen über alternative Lieferanten und verbesserte Konditionen vorbereitet. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Optimierung der Produktionsplanung, um Rüstzeiten zu reduzieren und die Auslastung zu verbessern. Diese Maßnahmen wurden in einem strukturierten Maßnahmenplan zusammengeführt, der zeitliche Prioritäten und Verantwortlichkeiten definierte.
Besondere Aufmerksamkeit erhielt die Frage, wie die Ergebnisse der Fortführungsanalyse in die Kommunikation mit Banken und Investoren einfließen sollten. Team Radner erarbeitete gemeinsam mit der Geschäftsführung eine klare Argumentationslinie. Im Vordergrund stand die Darstellung, dass die Risiken erkannt, quantifiziert und mit konkreten Maßnahmen hinterlegt worden waren. Die Banken erhielten eine transparente Sicht auf die Ausgangslage, die geplanten Veränderungen und die erwarteten Effekte auf Liquidität und Ergebnis. Diese Offenheit unterschied sich deutlich von früheren, eher aggregierten Berichten und wurde positiv aufgenommen.
Im internen Kontext nutzte die Geschäftsführung die Analyse, um einen Kulturwandel einzuleiten. Team Radner unterstützte dabei, die Ergebnisse in verständlicher Form an Führungskräfte und Schlüsselmitarbeiter zu kommunizieren. In Workshops wurden die Zusammenhänge zwischen Sortimentsstruktur, Produktionsauslastung und Liquiditätssteuerung erläutert. Viele Mitarbeiter erkannten erstmals, wie stark ihre Entscheidungen die Fortführungsfähigkeit beeinflussten. Dies führte zu einer höheren Sensibilität für Kosten, Margen und Risiken im Tagesgeschäft.
Die Umsetzung der Maßnahmen wurde von Team Radner eng begleitet. Regelmäßige Review-Termine dienten dazu, Fortschritte zu überprüfen und Planabweichungen zu analysieren. In einigen Bereichen mussten Annahmen angepasst werden, etwa weil bestimmte Produkte schneller als erwartet an Relevanz verloren. Das integrierte Planungsmodell erwies sich dabei als wertvolles Instrument, um die Auswirkungen solcher Veränderungen zeitnah zu bewerten. Die Analyse der Fähigkeit des Unternehmens zur Fortführung der Geschäftstätigkeit wurde so zu einem dynamischen Prozess, der sich an neue Erkenntnisse anpasste.
Nach etwa zwölf Monaten zeigten sich deutliche Effekte. Die Produktpalette war gestrafft, die durchschnittliche Marge hatte sich verbessert, und die saisonalen Liquiditätsspitzen waren abgeflacht. Die Banken bestätigten eine verbesserte Einschätzung der Bonität und verlängerten Kreditlinien zu stabileren Konditionen. Gleichzeitig konnte das Unternehmen gezielt in Marketingmaßnahmen für margenstarke Produkte investieren. Die Fortführungsfähigkeit war nicht nur formal nachgewiesen, sondern auch operativ gestärkt worden.
Die Wertschöpfung der Fortführungsanalyse zeigte sich in diesem Lebensmittelunternehmen vor allem in der veränderten Steuerungslogik. Statt primär auf Umsatzwachstum zu setzen, rückten Profitabilität, Risikostruktur und Zahlungsfähigkeit in den Mittelpunkt. Team Radner hatte dazu beigetragen, die Komplexität des Geschäftsmodells in klare Entscheidungsgrundlagen zu übersetzen. Die Geschäftsführung verfügte nun über Instrumente, um frühzeitig auf Veränderungen im Markt zu reagieren und die eigene Position zu sichern. Die Fähigkeit, die Fortführungsfähigkeit aktiv zu gestalten, wurde zu einem festen Bestandteil der Unternehmensstrategie.
Langfristig etablierte sich ein wiederkehrender Prozess, in dem die Analyse der Fähigkeit des Unternehmens zur Fortführung der Geschäftstätigkeit jährlich aktualisiert wurde. Neue Produkte, veränderte Rohstoffpreise und regulatorische Entwicklungen flossen systematisch in die Szenarien ein. Team Radner stand dem Unternehmen dabei als fachlicher Partner zur Seite und unterstützte bei der Weiterentwicklung der Modelle. So entstand ein belastbares Frühwarnsystem, das weit über klassische Budgetplanung hinausging. Die Fortführungsfähigkeit wurde nicht mehr als statischer Zustand verstanden, sondern als Ergebnis eines kontinuierlichen, bewussten Managements.
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